Kostenfreie Soforteinschätzung bei Kündigung ++ Anwalt im Arbeitsrecht | Ab wann besteht Kündigungsschutz?
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Ab wann besteht Kündigungsschutz?

Kündigungsschutz

Ab wann besteht Kündigungsschutz?

Das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) soll den Arbeitnehmer vor ungerechtfertigten Kündigungen schützen. Doch wann kommt der Arbeitnehmer in das Privileg, diesen besonderen Schutz in Anspruch nehmen zu können? Wir wollen mit diesem Beitrag ein wenig das Verständnis für den Kündigungsschutz im Arbeitsrecht verbessern.

Besonderer Kündigungsschutz

Allgemeiner und besonderer Kündigungsschutz wird gern verwechselt. Der besondere Kündigungsschutz ist unabhängig vom allgemeinen Kündigungsschutz und gilt für Berufsgruppen und Arbeitnehmer, die der Gesetzgeber für besonders schützenswert hält. Grundlage für den besonderen Kündigungsschutz ist immer eine eigene gesetzliche Vorschrift. So ist beispielsweise die Kündigung gegenüber einer Schwangeren unzulässig (§ 17 Abs. 1 Mutterschutzgesetz). Auch die Entlassung eines Betriebsrats-Mitglieds (§ 15 Abs. 1 KSchG) sowie die Kündigung des internen Datenschutzbeauftragten (§ 6 Abs. 4 S.2 des Bundesdatenschutzgesetzes) ist unzulässig.

Allgemeiner Kündigungsschutz

Unter den allgemeinen Kündigungsschutz fällt ein Arbeitsverhältnis, wenn das Kündigungsschutzgesetz anwendbar ist. Er schützt den Arbeitnehmer vor ungerechtfertigter Kündigung. Für die Entlassung braucht der Arbeitgeber einen Grund, der betriebs-, verhaltens- oder personenbedingt sein muss. Bei einer fristlosen Kündigung muss ein wichtiger Grund vorliegen. Was aber sind die Voraussetzungen für die Anwendbarkeit des allgemeinen KSchG?

Faktor Zeit

Für die Anwendbarkeit des allgemeinen Kündigungsschutzes ist der Faktor Zeit wichtig. Das Arbeitsverhältnis muss länger als sechs Monate bestehen. Dabei handelt es sich um die sogenannte Wartezeit, die häufig mit der Probezeit verwechselt wird. Die Probezeit ist aber etwas anderes und kann auch nach Ablauf der Wartezeit bestehen. Nach sechs Monaten ist der Faktor Zeit erfüllt, sollte danach noch eine Probezeit vereinbart sein, dann in aller Regel nur um den Arbeitsvertrag wirksam zu befristen.

Faktor Unternehmensgröße

Um das KSchG anwenden zu können, muss das Unternehmen mehr als zehn Mitarbeiter beschäftigen. Wichtig ist dabei, dass mehr als zehn Mitarbeiter angestellt sind, nicht genau zehn. Laut Gesetzgeber müssen es 10,25 Mitarbeiter sein. Wie kann man die Zahl errechnen?

  • Vollzeit = mehr als 30h/Woche = 1,00 Mitarbeiter
  • 30h/Woche und weniger = 0,75 Mitarbeiter
  • 20/h Woche und weniger = 0,50 Mitarbeiter

Theoretisch kann es also sein, dass ein Unternehmen 20 Arbeitnehmer mit 20/h Woche (20 * 0,50 = 10,00) beschäftigt und das Kündigungsschutzgesetz dennoch keine Anwendung findet. Aus diesem Grund ist es ratsam bei einer Kündigung möglichst frühzeitig einen Anwalt hinzuzuziehen, der in der Lage ist, rechtzeitig beim Arbeitgeber die Betriebsgröße zu erfragen.

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